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MPEG-4-Video Standard
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Technische Informatik
10.10.2003
Weicht zum Beispiel der Zugriff zweier Ströme aufgrund unterschiedlicher Encoder nur
um 0,1% voneinander ab, so bedeutet dies nach einstündiger Wiedergabe eine
Verzögerung von 3,6 Sekunden. Für dieses Problem existiert ein weiterer Typ von
Zeitstempel, die OCR-Zeitstempel (Object Clock Reference). Diese werden wie
gewöhnliche Zeitmarken versendet und beinhalten den Zeitpunkt, an dem der Sender
die Marke platziert hat und der Strom versendet wurde. In Kombination mit einem PLL-
Algorithmus (Phase Locked Loop) ist der Empfänger in der Lage die Timeline des
Encoders abzuschätzen. OCR-Zeitstempel müssen nicht in allen SL-Streams präsent
sein, wenn mehrere Ströme von der selben Zeitbasis abhängig (ermittelt über
OCR_ES_ID) sind. Auch sind Kombinationen von Strömen mit unterschiedlichen
Zeitbasen erlaubt. Sind sie auf das jeweilige Objekt beschränkt werden sie Object-
Timebasen genannt.
Nur Objekte mit der selben Zeitbasis lassen sich fehlerfrei synchronisieren. Andernfalls
kann es zu Probleme kommen, wie am Beispiel der Lippenasynchronität von Video- und
Audio oft zu beobachten ist. Aus diesem Grund wird bei der Spezifikation von
Applikationen zur Synchronisation fast immer auf eine Master-Timebasis (vgl. TV-
Broadcasting) zurückgegriffen.
Das letzte Timing-Element stellt die Medienzeit dar. Hiermit lässt sich die normale
Spielzeit eines Medienstroms (z.B. T = 20 Minuten) ermitteln. Für Unicast-Verbindungen
oder einfache Datei-Wiedergaben genügt die Kenntnis der Medienzeit Null. Ein
erweiterter Mechanismus, von Broadcast-Applikationen für einen beliebigen Zugriff auf
die Zeitlinie benötigt, bietet der Medienzeit-Deskriptor, der durch einen OCI-Steam
getragen wird und mit dem Medienstrom verbunden (Abb.23) ist.
OCI Stream
Video Stream
AUn-2
AUn-1
AUn+1
AUn+2
AUn
Composition Time T=t1 of OCI Event
Media Time = 20 Min.
Composition Time T=t1
Media Time = 20 Minutes
Abb.23 Assoziation der Medienzeit über den Medienzeit-Deskriptor
4.3.3 System Decoder Model (SDM)
So wie MPEG-1 und MPEG-2 das Verhalten eines idealisierten Decoders mit Bitstrom-
Syntax und -Semantik beschreiben, definiert MPEG-4 das System Decoder Model, das
es erlaubt Operationen des Endgerätes ohne Detailkenntnisse über die
Implementierung zu definieren. Das ist auch nötig, um Entwicklern die nötige Freiheit
beim Design von MPEG-4-Applikationen zu geben. MPEG-4-Geräte haben meist
beschränkte Ressourcen, die optimal und so einfach wie möglich verwaltet werden
müssen. Um nicht an deren Grenzen zu stoßen ist es sinnvoll ein Modell dieses Gerätes
haben. Einen Teil dieses Modells stellt das SDM dar (Abb.24), welches ein ideales
Verhalten mit Rücksicht auf das Buffering und dem zeitlichen Umgang mit den
Datenströmen ermittelt. Jeder SL-verpackte ES wird hierbei seinem individuellen
Decoder-Buffer DBn überwiesen. Die SL-Pakete werden unmittelbar vor der Buffer-
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