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MPEG-4-Video Standard
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Technische Informatik
10.10.2003
I-Frames
Die Kodierung dieses Frametyps erfolgt unabhängig von den anderen Frames
und dient als Referenzframe (Keyframe). Der komplette Frame wird als
vollständiges Bild mit einem JPEG-ähnlichen Verfahren komprimiert. Das heißt
der Frame wird in 8x8-Pixelblöcke unterteilt und einer DCT, Quantisierung,
Differenzenkodierung der DC-Koeffizienten und Lauflängenkodierung der AC-
Koeffizienten mit Huffman-Tabellen, unterzogen (Im Gegensatz zu JPEG werden
in MPEG feste Quantisierungs- und Huffman-Tabellen verwendet, die zwar nicht
immer optimal sind, aber komplett in Hardware implementiert werden können). I-
Frames kommen in einem Videostream alle 12-18 Frames vor und kennzeichnen
den Anfang einer Sequenz.
P-Frames
Ein P-Frame wird mit dem Bezug auf ein Referenzbild kodiert, welches durch ein
vorangegangener I- oder P-Frame gegeben ist. Hierbei wird ausgenützt, dass
sich in zeitlich aufeinanderfolgenden Einzelbildern gewisse Bildbereiche komplett
verschieben (z.B. durch ein Kameraschwenk). Es wird daher zu jedem
Makroblock (16x16-Pixelblock) des P-Frames ein möglichst ähnlicher Makroblock
im Referenzbild gesucht. Gespeichert wird der Verschiebungsvektor und
gegebenenfalls eine Differenzmatrix mit den beobachteten Pixelabweichungen.
Für die Folge der Bewegungsvektoren wird eine DPCM-Kodierung verwendet.
Lässt sich kein geeigneter Makroblock finden, so wird der P-Frame wie ein I-
Frame behandelt.
B-Frames
Ein B-Frame bezieht sich auf ein vorangegangener P- oder I-Frame, auf ein
nachfolgender P- oder I-Frame oder auf beide. In diesem Fall wird die Differenz
zur Interpolation zweier Makroblöcke abgespeichert. Dies ist sinnvoll bei sich
bewegenden Objekte, die sukzessive einen Teil des bislang verdeckten
Hintergrundes sichtbar werden lassen.
D-Frames (DC kodierte Frames)
Manchmal werden auch D-Frames eingesetzt. Diese enthalten I-Frame-
Kodierungen, welche auf die DC-Koeffizienten beschränkt sind. Hierdurch wird
eine eingeschränkte Bildqualität bei schnellem Vor- oder Rücklauf gewährleistet.
Folgende Graphik (Abb.8) soll den Einsatz der Bildfolgen und die Funktion der
Unterschiedlichen Frametypen beim MPEG-1- und MPEG-2-Verfahren noch einmal
verdeutlichen. Man sieht zum einen, dass in Video-Sequenzen (IBBPBBP...) mehrere B-
Framefolgen verwendet werden (Je nach Framerate des Videosignals), was eine
beliebige Skalierung ermöglicht. Zum anderen wird die ursprünglich gespeicherte
Bildfolge bei der Video-Dekodierung umgestellt. B-Frames, die hinter I- und P-Frames
standen, werden nach vorne gezogen. Durch das Kodierungsverfahren sind
Einzelbildzugriffe, schnelles Suchen (Positionierung auf I-Frames) und die vor allem
Editierbarkeit des Datenstroms gegeben.
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