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MPEG-4-Video Standard
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Technische Informatik
10.10.2003
als internationaler Standard verabschiedet. Die erste Version wurde im Oktober 1999
fertiggestellt, die zweite Version folgte im Dezember des selben Jahres. Die
Weiterentwicklungen, vor allem in den Bereichen Visual und System, dauern bis
heute an.
Neben einer erhöhten Kompressions-Effizienz gegenüber MPEG-1 und MPEG-2
zeichnet sich MPEG-4 vor allem durch neue inhaltsbezogene Funktionalitäten und eine
verbesserte Skalierbarkeit aus.
MPEG-4 kombiniert einige charakteristische Merkmale von früheren MPEG Standards
und bietet mitunter eine reichhaltigen Sammlung von Funktionen in allen nur
vorstellbaren Bereichen der multimedialen Datenverbreitung, welche natürlichen
Ursprungs (wie Kamera-Aufzeichnungen oder Tonaufnahmen) wie auch synthetischer
Herkunft sein können.
Der neue MPEG-4 Standard soll dabei die bisherigen Standards nicht ablösen, sondern
ergänzen, wobei MPEG-4, im Gegensatz zu seinen Vorgängern, kein einheitliches
Kompressionsverfahren festlegt, sondern eine Sammlung von Tools definiert.
Das Hauptaugenmerk richtet sich auf die Bereitstellung von Technologien, die den
Bedarf von Autoren, Netzbetreibern und Endbenutzern gleichermaßen decken sollen.
Ziel ist eine verbreitete Nutzung in Bereichen des Internets und des digitalen
Fernsehens, wo neben besseren Möglichkeiten zur Rechtswahrung der Autoren von
Multimedia-Anwendungen auch eine größere Wiederverwendbarkeit und größere
Flexibilität geboten werden. So wird dem Autor zum einen die Produktion von flexiblen
und
wiederverwendbaren
Inhalten
ermöglicht,
und
gleichzeitig
auch
seine
urheberrechtlichen Interessen geschützt, die der Standard z.B. in Form von
Wasserzeichen mitbringt.
Die wesentlichste Neuerung stellt die objektbasierte Kodierung dar, die den wahlfreien
Zugriff des Anwenders auf einzelne Objekte (bestehend aus Bild, Ton und Daten)
erlaubt, wobei auf ein VRML-ähnliches Szenenmodell zurückgegriffen wird. Der
Mechanismus des De-/Multiplexens sichert dabei den Transport und die Qualität. Es ist
möglich, über MPEG-4 mit der audiovisuellen Szene zu interagieren, d.h. es ist möglich
Objekte in einer Szene zu platzieren, gruppieren, transformieren, ihre Attribute zu
modifizieren, sowie den Betrachtungsstandort des Benutzers zu variieren. Abgesehen
von den Standardobjekten herkömmlicher Kompressions-Verfahren wie Bilder, Video
und Audio, Text und Grafiken, sieht der MPEG-4 Standard auch 3D-Daten vor. Durch
Betrachtung einzelner Objekte anstatt des gesamten Bildes erreicht MPEG-4 somit viele
Möglichkeiten der Skalierbarkeit.
Ein weiterer Schwerpunkt der Entwicklungen war die Datenübertragung bei niedrigen
Bitraten sowie die in zeitvarianten Netzwerken, wie zum Beispiel in einem Wireless
LAN. MPEG-4 bietet dabei Möglichkeiten zur effizienten Speicherung und Übertragung
über gestörte Kanäle von Audio und Video mit Bitraten zwischen 5 kBit/s und 8 MBit/s.
Im Bereich der Netzwerkserviceleistungen verspricht man sich höhere Effizienz durch
den QoS-Mechanismus (Quality of Service) der verschiedenen MPEG-4-Medien. Für
den Ottonormalverbraucher bedeutet MPEG-4 aber auf jeden Fall ein größeres Maß an
Interaktionsmöglichkeiten.
MPEG-4 adressiert so die Breite der Anwendungen im Bereich der heutigen
Informationstechnik und besitzt gleichzeitig durch das hohe Maß an Flexibilität
genügend Reserven, um sich auch künftigen Anforderungen erfolgreich stellen zu
können.
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