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Leicht verständlich und für jeden geeignet
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Rezension bezieht sich auf: Einführung in die Dramenanalyse (Taschenbuch) Asmuths Buch erfüllt alle wesentlichen Erwartungen, die an ein Handbuch über das Drama gestellt werden sollten. Immer wieder setzt sich der Autor mit den Erkenntnissen auseinander, die andere über das Drama gewannen. Dabei ist besonders Aristoteles zu nennen, mit dem sich Asmuth inbesondere bei den konstituierenden Elementen eines Dramas und der Frage beschäftigt, was überhaupt Handlung ist. Die Definition des Dramas nach Asmuth als Handlungssprechschauspiel ist nicht nur einleuchtend, sondern auch noch leicht zu merken. Daran zeigt sich auch die erfüllte Grundbedingung des Buches: leichtes Verständnis. Zahlreiche Begriffsklärungen von Anagnorisis über Intrige bis zu Peripetie werden geboten, die auch für die weitere Beschäftigung mit Sekundärliteratur notwendig ist, welche im übrigen im Anhang ausführlich auf aktuellem Niveau aufgeführt ist. Das Buch bietet aber nicht nur hochwissenschaftliche Begriffsklärungen, sondern auch Hinweise zu Bezeichnungen wie Person, Figur, Charakter und Typ: Wörter, die jeder kennt, aber wer kann sie schnell voneinander unterscheiden? Darüber hinaus gibt der Autor auch abweichende Definitionen zu anderen Werken über die Dramentheorie, so zum Beispiel bei der Unterscheidung zwischen Konfiguration und Konstellation bei dem dramenanalytischen Werk von Pfister. Das Buch geht weit über Begriffsklärungen hinaus. Es setzt sich auch nicht nur mit Aristoteles, Lausberg, Shakespeare, Schiller, Lessing, Lenz und deren Dramen bzw. theoretischen Schriften darüber auseinander. Anhand des Lessing-Dramas "Emilia Galotti" wird systematisch in Arten, Gliederung, Nebentext, Personen, Sinn und Aufführung von Dramen eingeführt. Dieses Stück sollte daher beim Lesen des Buches bekannt sein. Für ein leichtes Verständnis sorgen dabei auch mehrere Schaubilder, die durchaus didaktisch wertvoll sind. Gewiß sind große Tabellen zum Beispiel über die Frage, wann welche Peron im Drama auftritt, ziemlich arbeitsaufwendig, aber gerade das Beispiel "Emilia Galotti" zeigt, daß dabei Überraschungen zutage treten können, die beim reinen Lesen des Dramas wahrscheinlich nicht bemerkt werden würden. Außerdem sollte darauf hingewiesen werden, daß einige Kapitel des Buches nicht nur für die Dramenanalyse, sondern auch für die Beschäftigung mit epischen Texten grundlegend sein können. Ein guter Service wird auch denjenigen geboten, die wirklich nur erste Informationen zum Thema suchen: weitergehende Erläuterungen und längere Zitate sind kleiner gedruckt und können daher, wer das will, einfacher überlesen werden. Das Buch ist damit für jeden geeignet, der Dramen nicht nur lesen, sondern vielleicht auch besser verstehen will, sei dies in Schule, Studium oder zum privaten Vergnügen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 2. August 1999 |